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Tagesmutter-Hildesheim-Themen

Malen mit Kindern

Einleitung

Kreative Kinder sind für uns eine Herausforderung! Kinder sind neugierig und aktiv, manche wiederum sensibel oder intensiv und sie haben alle ein großes Mitteilungsbedürfnis. Ich als Tagesmutter möchte die Kreativität der Kinder fördern, in dem ich den Kindern die Option zum Malen anbiete. So haben die Kinder die Möglichkeit ihrer Phantasie und Ideen freien Lauf zu lassen. Am Anfang ist es geboten, sie malen zu lassen, worauf sie Lust haben. Daher stellt man verschiedene Materialien zur Verfügung wie z.b. Kreide, Tusche oder Wachsmalstifte. Ich als Tagesmutter bin dazu bereit, den Kindern eine vertraute Umgebung anzubieten, wo sie sich wohlfühlen, und durch meine Zuneigung und Begeisterung ihre Ängste zu überwinden.


Nur so können die Kinder experimentieren und ausprobieren.


10 Tipps zum Malen

für Tagesmütter und Eltern malender Kinder

Hier sind einige Tipps die auch Freude am Malen mit Kinder möglichst lange aufrecht halten.

  • Die Tagesmutter/ Eltern müssen akzeptieren und viel Verständnis aufbringen, dass die Kinder nach ihren eigenen Gesetzen arbeiten. Viel Geduld und Gelassenheit dabei ist bei einem selber sehr gefragt, die Kinder gewähren zu lassen und ihr eigenes Ding durchzuziehen. Die Kinder müssen sich geborgen und sicher fühlen. Nur so können sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen.
  • Die Kinder dürfen nicht beeinflusst werden, von irgendwelchen Vorbildern. Sie dürfen auch nicht gezwungen werden, nur um irgendwelche Resultate zu erzielen. Dadurch stehen die Kinder unter Druck und verweigern sich in den Projekten.
  • Es darf nie direkt nach den Objekten gefragt werden, welche die Kinder gemalt haben. Kinder malen zum Anfang noch gegenständlich, was für die Erwachsenen nur wie Kritzelei aussieht. Aus Gefälligkeit könnten die Kinder den Eltern/ Tagesmüttern zu den Kritzelein Bekannte oder Benanntes einen Namen geben, so wird die Verbindung zwischen urtümlicher Kritzelwelt und der fortgeschrittenen Sprachwelt geschaffen. Die Entwicklung vom Malen hinkt meist der sprachlichen Entwicklung hinterher. Daher lassen Sie die Kinder in ihre eigene Welt eintauchen.
  • Den Kindern wird von Anfang an so wenig wie möglich vorgezeichnet. Wenn ihnen viel vorgezeichnet wird, sehen die Kinder eine unerreichbare Qualität der Erwachsenen. So verhindern Sie, dass die Kinder sich unter Druck gesetzt fühlen und verlieren nicht den Mut für ihre eigenen Zeichnungen. Zeigen Sie Begeisterung bei den Bildern der Kindern.
  • Wenn das Kind scheinbar Rückschritte macht, brauchen Sie nicht zu verzweifeln. Geben Sie den Kindern weiter Mut und vertrauen, aber nicht zu viel Lob. Zuviel Lob ist fehl am Platze. Zeichnen und Malen sind selbstverständliche kindliche äußerungsformen. Die Kinder werden nicht auf Fehler hingewiesen, sondern, es werden nett ein paar Einfälle genannt. So sehen sie ihre Irrtümer.
  • Es muss ihnen auch ausreichend und abwechslungsreiches Material angeboten werden, damit sie sich ihrer Phantasie voll hingeben können. So haben die Kinder mehr Spaß am ausprobieren und experimentieren.
  • Für die jeweilige Technik muss genügend Material vorhanden sein. Am Arbeitsplatz sollten sie für ausreichende Beleuchtung sorgen, und der Tisch mit einer Wachstuchdecke oder Zeitung abgedeckt werden. Ablenkungsquellen werden abgeschaltet. Wenn Wasser benötigt wird, sollte ein Wasserhahn im Raum vorhanden sein. Die Materialien werden in einem selbstgemalten Karton aufbewahrt.
  • Es müssen natürlich gründliche Vorbereitungen getroffen werden, damit ständige Ermahnungen und ärger erspart bleiben. Achten Sie darauf das die Bilder nicht im Wasser ertrinken.
  • Lassen Sie die Kinder mit helfen, beim Vorbereiten des Tisches und der Verteilung der Materialien. Beim Aufräumen sollten die Kinder auch mit einbezogen werden. Das stärkt das Selbstbewusstsein und Verantwortungsgefühl.
  • Die Arbeiten der Kinder werden mit Namen, Datum und Altersangabe versehen. So sehen Sie die Entwicklung des einzelnen Kindes. Sammeln Sie die Blätter in einer Mappe und die eben gemalten Bilder werden aufgehängt.

Nur ein gut vorbereiteter Mal-Vormittag
ist ein schöner Vormittag.

Entwicklung des kindlichen Malens und Gestaltens

Das zwei- und dreijährige Kind

Da die zweijährigen Kinder noch mit grobmotorischen Bewegungen aus dem Schultergelenk malen, sind sie kaum in der Lage bewusst Arme und Hände zu steuern. Die ersten Kritzeleien sind rein zufällige Ergebnisse, wenn Kinder einen Bleistift oder Kreide in der Hand halten. Das ist die typische Kritzelstufe mit einem ungeordneten Liniengewirre. Es wird mit kreisenden, schwungvollen Bewegungen gemalt, der Stift wird aber auch auf das Blatt gedrückt und geschlagen, so dass einzelne Punkte und Löcher, zu sehen sind. Die Kinder finden es aufregend beim Malen Kleckse, Striche und Zeichen zu machen. Sie versuchen so alles aus dem Stift herauszuholen. Meist werden die Arbeiten lustbetont mit Arbeitsgeräuschen begleitet und wiederholt. So wird die Feinmotorik mit schwungkritzelnden Bewegungen trainiert.

Allmählig lernen die Kinder so die Bewegungen des Ellenbogens zu kontrollieren. Der Zusammenhang der Bewegung zwischen Armen und Stift wird entdeckt. Den Kindern gelingt es immer besser die Bewegungsspur willentlich zu steuern. Nun wird ein Zickzack kritzeln daraus, das aus dem eigenen Willen heraus entsteht und das Bemühen bestimmter Bewegungsabläufe hervorruft. Die ersten Kinderbriefe entstehen, die Kritzelein werden Zeilenförmig angeordnet. Die Feinmotorik ist jetzt soweit ausgereift, dass die Kinder die Bewegung des Handgelenkes kontrollieren können.

Mit zunehmender Geschicklichkeit malen sie mit isolierten Formen wie Kreisen, Ovalen und Kreuzen und wenig später mit Linien und Zeichen. Die Bedeutung des Endproduktes nimmt zu, da die Kinder die Fähigkeiten mit der Welt außerhalb verbinden. Je nach den Bedürfnissen steht dieselbe Kritzelei für Mama, Papa, Auto, Haus u.s.w.. Ein Kreis kann also alles symbolisieren. Da ist die Bedeutung noch nicht festgelegt. So wird die Bildsprache immer reicher an Symbolen, es entstehen die ersten Zeichen für Mensch, Tier, Pflanze oder Haus. Jetzt werden aus den gegentandslosen Bildern vergegenständlichte Bilder. Der erste Mensch wird als Kopffüßler gemalt. Wird ein Mensch gemalt, so gibt es uns den augenblicklichen Entwicklungs- und Wissensstand der Kinder, weil sich ein Großteil der Erfahrungen mit anderen Menschen wiederspiegelt. Meist wird er mit einem überdimensionierten Kopf und an diesem anhängenden Armen und Beinen gemalt. Dabei wird der Kopf nicht als solches angesehen, sondern soll den ganzen Körper darstellen.

Wenn die Kinder auch nur einen Kreis malen und von einem Erwachsenen gefragt werden: "Wo sind den die Beine?" Da werden die Beine anschließend hingemalt, auch wenn es sich um ein Auto handelt. Da in der Phantasie auch Gegenstände Beine haben. Je klarer die einzelnen Funktionen des Gesichtes werden, desto deutlicher werden die Gesichtszüge gemalt: eine große Nase, Mund, Kreise für die Augen, Zickzacklinien für die Haare, z.b. auch für die Ohren. Hände und Füße werden am Ende der Arme bzw. Beine mit, im rechten Winkel, einfachen Strichen gemalt.

Gegen Ende des vierten Lebensjahres fangen die Kinder erst an, den Menschen als ganzes zu sehen. Da beginnen sie mit ihrer Phantasie tolle übergänge zu malen z.b. einen Punkt als Nabel oder mehrere als Knöpfe.

Das vierjährige Kind

Mit vier Jahren haben die Kinder an zeichnerischer Sicherheit gewonnen. Sie zeichnen aber noch aus der Anschauung heraus und streben nach klaren, geometrischen, geordneten Gebilden. Sie können mit dem Ordnungsprinzip bildnerische Aufgaben raffiniert lösen und haben ein Schema für die Darstellung von Menschen entwickelt, dass von der Körperform her für Mann, Frau, Buben und Mädchen gleich ist. Nach einer gewissen Zeit versuchen sie die Geschlechter im Bild getrennt darzustellen. Sind die Kinder viereinhalb Jahre alt, können 50% von ihnen, Menschen aus sechs Teilen malen. Vom Kopf weg stehen die Haare, vom Körper die Arme und Beine. Der Hals wird als Strich gemalt, wobei der Körper mit dem Kopf verbunden wird. Die Proportionierung lässt oft die Bedeutung erkennen, welche bestimmte Dinge für die Kinder haben, wie z.b. ein dicker Bauch nach dem Essen. Die nebensächlichen Elemente werden klein gemalt. Es kommt auch immer auf die Erlebnisse der Kinder an und nicht auf die Anschauung.

Die Kinder, die sich mit der Umwelt auseinander setzen, suchen gemäß ihrer Vorstellung auch Sinnzeichen für Tiere, Pflanzen, Spielzeug, Häuser und Fahrzeuge. Langsam können sie auch komplizierte Dinge, mit Hilfe des Formrepertoires malen. Die Tiere werden, ähnlich wie die Menschen, in sechs Teilen gemalt, nur das sie waagerecht dargestellt werden. Erst nach einer gewissen Zeit nehmen die Menschen differenzierter Gestalt an und das Aussehen der Tiere gewinnt an Attributen wie Schnäbel, Hörner, Flügel u.s.w..

Das fünfjährige Kind

Das Bestreben, selbst erlebte Situationen zeichnerisch darzustellen setzt sich fort, indem die Menschen mit Kleidung versehen werden. Diese bestehen aus Quadraten, Dreiecken und Rechtecken und die Figuren werden eindeutig als Mann und Frau gezeichnet. In den Situationsbildern werden die Gesichter jetzt auch als Profilansicht gestaltet, wobei dem Vollgesicht seitlich eine Nase gemalt wird. Augen und Mund sind weiterhin von vorne dargestellt. Das Gesicht wird also von vorn und im Profil gezeichnet oder es werden, bei der Profildarstellung, die Augen seitlich mit gemalt.

Die Kinder lernen, dass sich Dinge auf einen zu oder von sich weg bewegen können. Deshalb werden die Dinge nicht mehr wahllos, sondern im geordneten Bildraum für eine Darstellung geschaffen. Es wird schon mehr auf oben und unten geachtet. Zum Beispiel: der Himmel wird oben gekennzeichnet und unten der Boden, dazwischen spielt sich das Leben ab. Der freie Hintergrund ist die Luft zum Atmen. Der Vorgang wird meist klar nebeneinander gemalt damit sich nichts überschneidet oder dahinter liegende Gegenstände verdeckt werden.

Das schulreife Kind

Im schulreifen Alter hinterfragen die Kinder schon mal den Zweck und setzen sich mit dem auseinander, was sie malen. Auch das Aussehen nimmt immer mehr Form an wie z.b. Zickzack, Punkte, Verzierungen und Wellenlinien und gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die Kinder, die viel auf ein Blatt bringen wollen, bedienen sich einer Darstellungsweise, der sogenannten Simultanperspektive. Dabei werden die verschiedensten Perspektiven zugleich gewählt. So werden die Dinge "geklappt", die für die Kinder wichtig erscheinen und von Erwachsenen nicht gesehen werden. Es werden auch gleichzeitig Dinge dargestellt als Röntgenbild, da spielt es auch keine Rolle ob von außen nach innen oder von innen nach außen. Sie werden durchleuchtet dargestellt. Eine im Erwachsenensinne Perspektive gelingt erst im Pubertätsalter.

Malen die Kinder eine Straße, wird oft von oben gemalt und die Häuser und Bäume werden nach außen und die Autos innen geklappt, wobei die Straße als Standlinie benutzt wird und sich das Bild entsprechend zurecht dreht. Wenn aber der Platz auf der Standlinie nicht mehr ausreicht, wird eine unsichtbare Standlinie gedacht. Die Dinge werden übereinander gemalt, obwohl sie hintereinander liegen.

Erstes Schuljahr

Die Grundschulkinder sind jetzt in der Lage, dass was sie mitteilen wollen, bildnerisch auszudrücken. Sie brauchen aber trotzdem noch Anregungen und Unterstützung, damit sie ihre Kreativität vom Kindergarten in die Schule hinüber nehmen können. Das Raumgefühl auf dem Blatt wird differenzierter und das Bewusstsein von der Körperlichkeit einzelner Gegenstände wird sichtbar. Die ersten Überschneidungen tauchen auf und die Horizonte werden sichtbar. Die Begriffe wie größer & kleiner, hinten & vorne, nah & fern werden erfasst. Die symbolischen Züge gehen verloren und es entsteht immer mehr Wirklichkeit, da die Kinder immer mehr die Umwelt wahrnehmen.

Buchtipp:

FARBSPIELE MIT KINDERN

KARIN WÖLFEL & ULRIKE SCHRADER
KÖSEL VERLAG

EINE LEIHGABE VOM:

REGENBOGEN KINDERGARTEN HARSUM

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